,,Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.“ Psalm 116,10

Weihnachten, Kerzen und Lichter, Fest der Liebe – und da steht der obige Vers im Losungsheft der Herrnhuter Brüdergemeine für den 24. Dezember. Ich wundere mich, blicke zurück und bin auf einmal sehr dankbar für diesen Psalm.

Ein Mensch in Todesängsten hält an Gott fest und macht die Erfahrung, dass er gehalten und bewahrt wird, dass er in das Leben zurückkehren darf. Bei allem, was er durchmachte und im Psalm beim Namen nennt, hat er den Glauben und die Hoffnung nicht aufgegeben. Es sind die Situationen im Leben, die einem komplett aus der Hand genommen werden – eine schwere Krankheit, der Tod eines geliebten Menschen, eine Katastrophe (Feuer, Wasser, Erdbeben, ein Unfall). Jeder Mensch hat seine eigene Plage(n). Oft gibt es keine Antwort nach dem „Warum“ und manch gut gemeinter Trost mündet in eine große Leere und Traurigkeit. Deswegen hat Gott sich selber aufgemacht und ist einer von uns geworden, hat einen Stall gewählt um auf die Welt zu kommen. Wurde ein Flüchtling in den ersten Tagen seines Lebens. Lernte vermutlich ein Handwerk von Josef und lernte zu warten bis die Zeit für seinen Dienst an den Menschen herangereift war. Er ging zu den Kranken, den Verstoßenen und den Sündern; seine engsten Freunde waren Zweifler und Versager. Er war nie überheblich, stellte sich unter und zu den Menschen, wusch ihnen die Füße und nicht den Kopf. Jesus nahm unsere Lieblosigkeit und unser Versagen auf seine Schultern und trug sie an sein Kreuz. Er starb damit wir mit Gott versöhnt sind und ewiges Leben haben können. Bedingungslose Liebe.

Mitten in unseren „Plagen“ darf eine große Freude einziehen, die ER uns schenken möchte. Es darf Frieden werden in unseren unruhigen Herzen und sich eine unendliche Geborgenheit verbreiten, die uns nichts und niemand nehmen kann. Wir sind auf dem Weg nach Hause. Wir dürfen glauben und vertrauen, auch wenn wir sagen: wir werden sehr geplagt.

Eine frohe Weihnachtszeit und Gottes Segen zum neuen Jahr Ihr!

Ihr/euer Burghard Schunkert


Quelle: aus dem „RUNDBRIEF WEIHNACHTEN 2016″ des Vereins „TOR ZUM LEBEN – LIFEGATE REHABILITAION“ (Seite 4)

© 2014 Ev.-Luth. Kirchgemeinde Niederbobritzsch und Schwesterkirchen

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